Bulgarien, 19. November 1922 : Anklage gegen Kriegsverbrecher
| Gebiet | Bulgarien | |
| Datum | 19. November 1922 | |
| Vorlage | Anklage gegen Kriegsverbrecher | |
| Abstimmungstyp | Plebiszit → durch Parlament → ad hoc → Stufe: Gesetz | |
| Ergebnis | angenommen | |
| Stimmberechtigte | --- | |
| Stimmbeteiligung | 928'776 | --- % |
| Leere Stimmen | 55'593 | |
| Ungültige Stimmen | 2'286 | |
| Stimmen ausser Betracht | 57'879 | |
| Gültige Stimmen | 870'897 | |
| Ja-Stimmen | 647'313 | 74,33 % |
| Nein-Stimmen | 223'584 | 25,67 % |
| Bemerkungen |
Die regierende Bauernpartei will die Mitglieder der Kabinette Geschow, Danew
und Mailnow-Kosturkow wegen Kriegsverbrechen im ersten Weltkrieg gemäss Art. 155
der Verfassung von ein
Spezialgericht stellen. Am 24. September werden 17 der 22 gesuchten Minister
festgenommen. Das Gesetz über die Anklageerhebung wird am 17. Oktober
veröffentlicht. Nach der Abstimmung gewinnt die Bauernpartei die Wahlen
vom 27. April 1923 haushoch. Die Rechtsparteien putschen am 11. Juni 1923 mit
stillschweigender Billigung von König Boris III. Die gefangenen Minister
werden freigelassen, zu einer Anklage kommt es nicht.
Die Abstimmung erfolgt mit weissen (= ja, für Anklage) und schwarzen (= nein, gegen Anklage) Stimmzetteln; es herrscht Stimmpflicht. | |
| Quellen | ||
| Letzte Änderung | ||
