Türkei, 21. Oktober 2007 : Verfassungsreform
| Gebiet | Türkei | |
| Datum | 21. Oktober 2007 | |
| Vorlage | Verfassungsreform | |
| Abstimmungstyp | Plebiszit → durch Präsident → bindend → Stufe: Verfassung → Partialrevision | |
| Ergebnis | angenommen | |
| Stimmberechtigte | 42'690'252 | |
| Stimmbeteiligung | 28'819'319 | 67,51 % |
| Stimmen ausser Betracht | 651'658 | |
| Gültige Stimmen | 28'167'661 | |
| Ja-Stimmen | 19'422'714 | 68,95 % |
| Nein-Stimmen | 8'744'947 | 31,05 % |
| Medien | Stimmzettel | |
| Bemerkungen |
Das Verfassungsgericht erklärt am 30.4.2007 der ersten Wahlgang zur Wahl
eines neuen Staatspräsidenten für ungültig, weil weniger als zwei Drittel
der Abgeordneten anwesend sind. Präsident Sezers Amtszeit läuft am 16.5. aus,
aber er bleibt bis Wahl eines Nachfolgers im Amt. Ministerpräsident
Erdoğan schlägt dem Parlament Verfassungsreformen vor, die es am 11.5.
mit 376 zu 1 Stimme annimmt. Gleichzeitig setzt Erdoğan Neuwahlen auf den
22.7.2007 an. Präsident Sezer legt am 25.5. sein Veto gegen die Verfassungsreformen
ein. Am 31.5. nimmt das Parlament die Reformen erneut mit 370 zu 21 Stimmen
an. Da sie zweimal mit Zweidrittelsmehrheit angenommen wurden, kann Sezer
nur noch ein Präsidialplebiszit ansetzen, da er die Reformen ablehnt. Er
ruft wie die Opposition am 16.5. das Verfassungsgericht an, weil in der
Detailberatung ein Artikel weniger als zwei Drittel erhielt. Dieses
entscheidet am 5.7. mit 6 zu 5 Stimmen die Parlamentsberatungen für rechtens.
Die Wahlkommission (YSK) legt am 31.7. den Abstimmungstermin fest.
Zuvor lehnt Sezer eine Verkürzung der Wartefrist für Volksabstimmungen von
120 auf 45 Tage ab, so dass die Abstimmung nicht zusammen mit den Wahlen
stattfinden kann.
Die Wahlen bringen der regierenden AKP einen Erfolg, so dass am 28.8.2007 das Parlament Abdullah Gül zum neuen Staatspräsidenten wählt. Damit entsteht eine Unsicherheit, da die Übergangsbestimmung eine Volkswahl des 11. Präsidenten vorsieht. Eilends streicht das Parlament am 16.10. per Verfassungsänderung die Übergangsbestimmung aus der Abstimmungsvorlage. Die YSK ist einverstanden, obwohl die Abstimmung brieflich schon läuft. Amtliches Endergebnis der Wahlkommission (YSK) vom 31.10.2007. | |
| Quellen | ||
| Letzte Änderung | ||
