Allenstein / Olszyn (Ostpreussen), 11. Juli 1920 : Staatszugehörigkeit

Gebiet Allenstein / Olszyn (Ostpreussen)
Stellung Staatsteil (Deutsches Reich) bleibt
Datum 11. Juli 1920
Vorlage Staatszugehörigkeit
Abstimmungstyp Plebiszit → durch Völkerbund → bindend → Stufe: Selbstbestimmung
Ergebnis Ostpreussen
Stimmberechtigte 425'305
Stimmbeteiligung 371'71587,31 %
Stimmen ausser Betracht 526
Gültige Stimmen 371'189
Ostpreussen 363'20997,85 %
Polen 7'9802,15 %
Bemerkungen Von den Alliierten nach Art. 94 bis 98 des Versailler Vertrages abgehalten. Die Abstimmung findet im Prinzip gemeindeweise statt, und die Allierten entscheiden von Fall zu Fall, welche Gemeinde wohin gehört. Dieselben Modalitäten und Fristen gelten auch für Marienwerder.

Abstimmungsgebiete: Kreis Oletzko (RegBez Gumbinnen), Kreise Allenstein/Stadt, Allenstein/Land, Johannisburg, Lötzen, Lyck, Neidenburg (teilweise), Ortelsburg, Osterode, Rössel, Sensburg (RegBez Allenstein). Das Gebiet wird entmilitarisiert und unter Aufsicht der Interalliierten Kommission gestellt.

Allgemeines Stimmrecht ab 20 Jahren für alle, die seit 1905 im Gebiet wohnen. Die Urnen sind von 8.00 bis 20.00 geöffnet. Die Stimmenden erhalten einen Umschlag. In der Wahlkabine hat es zwei Stapel mit Stimmzetteln: "Ostpreussen - Prusy Wschodnie" und "Polska - Polen". Die Stimmenden nehmen einen Zettel und stecken ihn in den Umschlag, dann den Umschlag in die Urne. Das Endergebnis steht am 14.8. fest.

Von den 1704 Stimmkreisen stimmten 1694 für Ostpreussen, 9 für Polen, 1 untentschieden. Klein Lobenstein, Klein Nappern und Groschken mit polnischer Mehrheit kommen zu Polen, weil sie direkt an der Grenze liegen, weitere 25 Gemeinden mit polnischer Mehrheit blieben bei Ostpreussen, weil sie sonst eine Enklave gebildet hätten. Die neuen Grenzen treten am 31.10. in Kraft.

Quellen
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